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CHRONIK
CHRONIK – Hamburger Lehrer-Feuerkasse (seit 1897)

1893
                   Lehrerkollegen aus Hamburg-Eimsbüttel stellen den Antrag an den „Lehrer-Feuerversicherungsverein für Schleswig-
                          Holstein und Hamburg, Sitz in Kiel“ auf Bildung eines eigenen Vereins. Begründet wurde dieser Antrag auf „Austritt“
                          aus dem seit 1815 bestehenden Verein mit den ständig steigenden Entschädigungen für viele Großbrände von
                          Dorfschulen außerhalb Hamburgs.

27. März 1897     776 Mitglieder verlassen den Verein und gründen die „Hamburger Lehrer-Feuerkasse“ als reine Versicherung gegen
                          Brandschäden.

1897                   Im Gründungsjahr der Hamburger Lehrer-Feuerkasse  fanden weitere bemerkenswerte Ereignisse in Hamburg statt:
                          - Einweihung des neu erbauten Hamburger Rathauses
                         
- Eröffnung des ersten Hotels am Platze, das „Hotel Vierjahreszeiten“
                         
- Erste Allgemeine Gartenbauausstellung in Hamburg

1898                   Die Mitgliederzahl ist bereits nach einem Jahr auf 1.128 angestiegen

1899                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse führt die Einbruch-Diebstahl-Versicherung als neue Sparte ein.

1900                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse wickelt ihren ersten Totalschaden ab. Das Schulhaus der Familie Nicolai in
                          Allermöhe wird durch einen Brand zerstört. Gesamtschaden: 5.130,50 Mark

1918                   Der Anstieg der Einbruch-Diebstähle während des Ersten Weltkrieges führt erstmalig zu einem Verlust von
                          6.475,77 Mark.

1923                   Hyperinflation: Das Vermögen der Hamburger Lehrer-Feuerkasse beträgt 87.396.000.000.000.000 Mark
                         
(87,396 Billiarden Mark).

Nov. 1923           Die Reichsregierung führt die „Rentenmark“, später „Reichsmark“, ein und beendet damit die Hyperinflation. Kurs:
                          1 Rentenmark = 1.000.000.000.000 Mark. Damit sind auch die Rücklagen der Hamburger Lehrer-Feuerkasse  auf
                           einen Buchwert von 1.950 RM geschrumpft. Die in Sparbüchern angelegten Gelder werden auf 0 RM gesetzt.

1931                   Die Mitgliederanzahl überschreitet die Grenze von 4.000. Die Rücklagen der Hamburger Lehrer-Feuerkasse sind
                          inzwischen wieder auf stolze 210.000 RM angewachsen.

1933-1945           Die Nationalsozialisten betreiben  die „Gleichschaltung“. Die Lehrer-Feuerversicherungs-Vereine sollen in dem
                          Nationalsozialistischen  Lehrerbund (NSLB) aufgehen. Es gelingt in Verhandlungen, der Hamburger Lehrer-
                          Feuerkasse eine gewisse Selbstständigkeit zu erhalten. Sie heißt nunmehr „Hamburger Lehrer-Feuerkasse, in der
                          Abteilung Wirtschaft und Recht des NSLB, Gau Hamburg“.

1942-1947           In den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren ist es kaum möglich, einen regulären Versicherungsbetrieb
                          aufrecht zu erhalten, zumal im Feuersturm über Hamburg im Juli 1943 fast sämtliche Unterlagen des 2.
                          Rechnungsführers vernichtet werden. Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse stellt für diese Jahre den
                          Versicherungsschutz für alle Mitglieder beitragsfrei und bezahlt alle Schäden aus den Rücklagen.

1943                   Da es immer wieder Versuche durch die Reichsleitung des NSLB gibt, den deutschen Lehrervereinen die
                          Selbstständigkeit zu nehmen und vollständig im NSLB aufzugehen, gründen neun Lehrer-Versicherungsvereine in
                          Leipzig die „Arbeitsgemeinschaft deutscher Lehrer-Brandkassen“ und bewahren sich so eine gewisse
                          Unabhängigkeit.

1948                   Zur Zeit der Währungsreform ist die Anzahl der Mitglieder auf 2.269 geschrumpft. Die Rücklagen im Wert von
                          118.512,18 Reichsmark werden auf 11.851,21 DM abgewertet. Das gesamte Eigenkapital der Hamburger Lehrer-
                          Feuerkasse beträgt nunmehr  49.000 DM.

1952                   Mit Satzungsänderungen werden Rückstellungen, Rücklagen und mögliche Beitragsrückerstattungen an die DM-
                          Verhältnisse angepasst.

1956                   Die Versicherungsbedingungen werden dahingehend geändert, dass ab jetzt der Hausrat zum Neuwert versichert
                          ist. Ferner sind von jetzt an auch Schäden durch Leitungswasser und durch Beraubung versichert.

1959                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse führt die Versicherung von Fahrrädern gegen einfachen Diebstahl ein.

1961                   Wegen guter Ertragslage wird von den Mitgliedern der Hamburger Lehrer-Feuerkasse für dieses Jahr kein Beitrag
                          erhoben.

1964/65               Der Beitrag je 1.000 DM Versicherungssumme beträgt 40 Pfennig. Es wird zum 1.1.1965 eine
                          Glasbruchversicherung
eingeführt.

1967                   Es werden neue Versicherungsbedingungen VHB 66 eingeführt. Grundlage ist die vom Bundesaufsichtsamt
                          veröffentlichte Neufassung der Allgemeinen Richtlinien für die Neuwertversicherung des Hausrats. Die Sparte 
                          „Sturm“ (Schäden am Hausrat durch Sturm) wird aufgenommen.

1969                   Der günstige Schadensverlauf führt zu einer Beitragsrückerstattung von 50 %.

1978                   Ein Großbrand im „Lehrer-Block  Husumer Straße/Sudeckstraße“  führt unter anderem in diesem Jahr zu einem
                          Verlust in Höhe von 109.000 DM, der aus den Rücklagen gedeckt wird. Um die Rücklagen wieder auffüllen zu können,
                          erhöht die Hamburger Lehrer-Feuerkasse vorübergehend den Beitrag von 60 Pfennig auf 1 DM. Trotzdem steigt die
                          Anzahl der Versicherungsnehmer und überschreitet erstmals wieder die 4.000er Grenze. Die attraktiven
                          Werbeprämien für Mitglieder unter dem Motto „Werben lohnt sich!“ tragen  dazu bei.

1979                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse führt die  Versicherungsbedingungen nach VHB 74 ein. Darin sind jetzt auch
                          Schäden am Hausrat durch Blitzschlag versichert.

1984                   Die Rücklagen der Hamburger Lehrer-Feuerkasse überschreiten die Millionengrenze.

1985                   Die Prämie wird auf 1,20 DM je 1.000 DM Versicherungssumme (1,2 ‰ der Versicherungssumme) angehoben und
                          entspricht damit zum ersten Mal dem heutigen Stand.

1988                   Wegen überdurchschnittlich hoher Schadensfälle mit einer Gesamtentschädigungssumme von über 500.000 DM im
                          Jahr 1987 erhöht die Hamburger Lehrer-Feuerkasse die Prämie auf 1,50 DM. Dies wird bereits 1989 wieder
                          zurückgenommen.

1995                   Die neuen Versicherungsbedingungen VHB 92 und AGIB 92 (für die Glasversicherung) werden auch von der
                          Hamburger Lehrer-Feuerkasse übernommen. Damit sind auch Überspannungsschäden als Folge von Blitzschlag
                          mit versichert. Da der Vorstand der Meinung ist, dass die alten Versicherungsbedingungen VHB 74 in einigen 
                          Bereichen die günstigere Alternative für die Versicherungsnehmer ist, werden diese weiterhin angeboten.
 Die
                          Hamburger Lehrer-Feuerkasse schließt mit der Karlsruher Versicherungs AG einen Rückversicherungsvertrag ab, um
                          sich gegen „Großschäden“ abzusichern. Die Kapitalanlagen  betragen inzwischen nahezu 1,5 Millionen DM.

1997                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse feiert ihr hundertjähriges Bestehen in Zusammenhang mit der „Tagung der
                          Arbeitsgemeinschaft der Lehrer-Brandkassen“ im September mit einem großen Festprogramm.

1999                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse wechselt von der Karlsruher- zur Münchner-Rückversicherung (heute „Munich Re“).

2003                   Die Hamburger Lehrer-Feuerkasse führt neue Versicherungsbedingungen ein, die VHB HLF 2003 (für Hausrat) und
                          AGIB HLF 2003 (für Glas). Diese lösen die alten Bedingungen von 1974 und 1992 ab und übernehmen jeweils die für
                          den Versicherungsnehmer günstigeren Versionen aus beiden Versicherungsbedingungen.

2008                   Mit der Wahl einer Frau zur ersten Vorsitzenden leitet zum ersten Mal eine weibliche Person einen Lehrer-
                          Versicherungsverein in Deutschland. Dass dies einer extra Erwähnung bedarf, zeigt, dass es mit der vom
                          Bundesverfassungsgericht am 01.04.1953 verkündeten Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft noch
                          nicht weit gekommen ist. Bundesweit liegt der Anteil von Frauen im Management von Versicherungen bei 2,8 %.

2009                   Die Kapitalanlagen betragen 1.620.382 €, das ist mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu 1995 mit
                          1,5 Millionen DM.